Zersiedelung - die Aufteilung der Bevölkerung auf viele Gebiete
Was bedeutet Zersiedelung? - Die Defintion
Der Begriff Zersiedelung beschreibt den flächenintensiven Bau von Gebäuden ausserhalb der urbanen Zonen. In der Schweiz wächst der Druck auf freie Flächen durch steigende Immobilienpreise und den Wunsch vieler Menschen nach einem Eigenheim im Grünen. Attraktive Grundstückspreise in Randgebieten fördern die Entwicklung, dass Menschen von urbanen Zentren in die ländlichen Räume abwandern, was zu zersiedelter Bebauung führt. Diese Tendenz gibt es seit mehreren Jahrzehnten, was bereits in den 1970er-Jahren den Bund dazu veranlasste, Regelungen für die Steuerung zu erlassen. Das 1980 verabschiedete Raumplanungsgesetz (RPG) legt fest, dass Neubauten an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sein müssen, wodurch Bauten in unerschlossenen Gebieten erschwert wurden.
Folgen der Zersiedelung
Die unkontrollierte Ausweitung der Bauzonen führt zu ökologischen und finanziellen Belastungen:
- Umweltzerstörung: Zersiedelung bedroht zusammenhängende Naturflächen wie Wälder und Agrarflächen, da sie durch Strassen und Gebäude zerschnitten werden.
- Infrastrukturkosten: Jede neu erschlossene Fläche benötigt zusätzliche Strassen, Kanalisationen und Versorgungsleitungen. Für die Schweiz, in der bereits über eine halbe Million Gebäude ausserhalb der urbanen Zonen existieren, bedeutet dies erhebliche Gemeindekosten.
- Zunehmende Mobilität: Da sich Wohn- und Arbeitsstätten zunehmend trennen, steigt der Verkehr und belastet somit die Umwelt und das bestehende Verkehrsnetz.
Massnahmen gegen Zersiedelung
Seit 2014 ist das revidierte Raumplanungsgesetz (RPG) in Kraft, das die Bautätigkeit ausserhalb bestehender Bauzonen einschränkt. Auch der Bau von Zweitwohnungen und Ferienhäusern wurde beschränkt, da diese Immobilien grösstenteils leer stehen und den Wohnraum unnötig verknappen. Eine Siedlungsverdichtung, auch als Innenentwicklung oder Nachverdichtung bezeichnet, gilt als effektivste Gegenmassnahme zur Zersiedelung. Dabei konzentriert man sich auf eine effiziente Nutzung von bereits bebauten Flächen innerhalb der Städte und Gemeinden. Hierbei ist es wichtig, bestehende Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen einzubeziehen und zu optimieren, um die Lebensqualität zu wahren.